Konferenz der Corona-Viren

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Leider ist es beim Unternehmen Lange & Co nicht möglich, dass alle Mitarbeiter vom Homeoffice aus arbeiten können. Im Besprechungsraum findet deshalb trotz der Pandemie das regelmäßige Montagsmeeting statt. Wie immer sind auch heute Geschäftsführer, Prokuristin und die fünf Abteilungsleiter anwesend.

AM TISCH:

Geschäftsführer Gunnar Lange klopft mit der flachen Hand auf den Tisch: „Was ich beim besten Willen nicht verstehe, meine Damen und Herren. Wir haben das Glück, dass wir unseren Betrieb trotz Corona-Viren weiterführen dürfen. Ist es denn wirklich so schwer, dass wir uns alle – und die Betonung liegt auf alle – bitte an die vorgesehenen Schutzregeln halten?“

Verärgert schaut er in die Runde.

„Warum trägt nur 50% meiner Führungsriege die vorgeschriebene Atemmaske, kann mir das mal jemand erklären?“

IN DER LUFT:

Für die Konferenzteilnehmer nicht sichtbar, wimmelt es in der Luft des Besprechungszimmers nur so von Corona-Viren und Bazillen. Wie es sich für Erreger gehört, führen sie hochgradig erregte Gespräche untereinander:

„Sie haben das Lüften vergessen, hi, hi. Die Luft ist feucht, alt und verbraucht. Bazillen, das ist unsere Chance: Sieben auf einen Streich!“

„Noch besser: Sie tragen keine Masken. Leute, die schnappen wir uns. Langsam den Sinkflug starten. Steuert am besten die Nase oder den Mund für eure Landung an.“

„Was ist denn Nase?“

„Und was soll Mund sein?“

„Oh je wo kommt ihr denn her? Die Nase ist der hässliche Knubbel mitten im Gesicht und Mund, das ist das feuchte Loch darunter, dass meistens in Bewegung ist.“

AM TISCH:

Inzwischen haben alle Teilnehmer ihre Masken aufgesetzt und das Meeting beginnt. Die Prokuristin Melli Sander meldet sich zu Wort:

„Chef, ich weiß, dass es nicht auf der Agenda steht, aber sollten wir hier nicht mal kurz Lüften, damit frische Luft in den Raum kommt?“

„Melli, langsam reicht es mir. Wir haben keine Zeit! Weißt du, was heute alles in meinem Kalender steht? Und du hast nichts weiter im Kopf, als die Fenster aufzureißen? Kannst du damit nicht warten, bis wir hier fertig sind?“

„Chef, das ganze Theater mit den Atemmasken nützt uns nichts, wenn wir hier in dicker, stickiger Luft sitzen, in der die Corona-Viren nur darauf warten, über uns herzufallen!“

IN DER LUFT:

„He, habt ihr das auch gehört? Die Frau will Lüften!“

„Wie war das? Lüften? Fenster aufreißen? Schnell raus hier, Leute.“

„Richtig. Lüften, das bedeutet unseren Tod. Lüften können wir nicht zulassen, deshalb heißt ab jetzt die Parole: Attacke!“

In der feuchtwarmen Luft kommen die Corona-Viren mit einfachen Schwimmbewegungen gut voran und nähern sich bedrohlich den ahnungslosen Menschen.

AM TISCH:

„Meine liebe Melli“, der Chef wird energisch. „Du wirst dafür bezahlt, dass du deine Arbeit machst. Ich kann mich nicht erinnern, dass Lüften in deiner Job-Description aufgeführt ist!“

„Da bin ich mir nicht so sicher Chef. Zum Wohl des Unternehmens, das steht dort z. B. auch. Und wenn wir jetzt nicht Lüften, dann kann es ganz schnell zu Ende sein mit dem Unternehmen. Du bist doch sonst immer für den Fortschritt. Warum haben wir denn noch keinen KLIMAGRIFF® installiert?“

„Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst, Melli.“

„Na, vom Lüftungshelfer KLIMAGRIFF®! Mir glaubst du ja nicht, dass höchste Zeit zum Lüften ist, deshalb bestehe ich auf technische Unterstützung!“

„Ach ja? Dann schnüffelt der KLIMAGRIFF® ebenso aufdringlich wie du mit erhobener Nase in der Luft herum?“

„Bitte werde nicht albern, Chef. Der KLIMAGRIFF® ist ein überaus praktischer, Kontrollinstrument, das als Minicomputer im Fenstergriff angebracht wird. Mit seinen Sensoren überwacht er die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und den CO2 Gehalt im Raum. Wenn die Luft alt und verbraucht ist, erinnert er mit einem Signal daran, damit das Lüften nicht vergessen wird.“

Der Chef grinst sie an: „Dummerweise gibts bei uns noch keinen KLIMAGRIFF® , Melli.“

„Das ist nicht lustig. Chef. Wenn wir Pech haben, schwirren in diesem Moment ein paar hundert Corona-Viren in dem Mief um uns herum. Dann können wir alle miteinander im Handumdrehen infiziert werden und das wars dann mit deinem Unternehmen!“

IN DER LUFT:

„So ein Mist, die Lady kennt sich aus. Sie will Lüften! Leute, haltet durch, noch sind die Fenster nicht geöffnet. Startet jetzt sofort durch! Unsere Ziele sind unverändert Nasen und Münder! Los gehts!“

AM TISCH:

„Liebe Melli, ich glaube ich muss dir Recht geben, was das Lüften betrifft“, lenkt der Chef ein, tritt ans Fenster und öffnet es eigenhändig. Sofort verbesserte die kalte, frische Luft von außen das Klima im Zimmer. Alle im Raum atmen spürbar auf. Alle? Nicht alle. Denn einige werden nur noch sehr kurze Zeit leben.

IN DER LUFT:

„Kameraden, es ist aus, wir sind in einen tödlichen Hinterhalt geraten. Ihr habt euch tapfer geschlagen, hoffentlich hat der eine oder andere von euch das Ziel Nase oder Mund noch erreicht!“

Schlagartig beendet die frische, saubere Luft das Dasein der aggressiven Corona-Viren. Ermattet sinken sie auf den Boden oder werden durch das offene Fenster nach draußen abgetrieben.

AM TISCH:

Gunnar Lange wendet sich an einen der Männer in der Runde: „Meyer, treiben Sie doch bitte möglichst schnell so einen KLIMAGRIFF® auf. Ich will das Thema Lüften ein für alle Male vom Tisch haben.“

„Wird gemacht, Chef!“


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